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PACE-Plan: Rückfallebenen für die Kommunikation, sauber geordnet

Ein PACE-Plan ist eine geordnete Liste von vier unabhängigen Kommunikationswegen, mit einer Regel, wann von einem zum nächsten gewechselt wird. Die Methode stammt aus dem US-Heer und wird dort längst auch im Bevölkerungsschutz genutzt. In Deutschland spricht man meist von Rückfallebenen, seltener von PACE.

Zuletzt geprüft 2026-10-30

Was die vier PACE-Stufen bedeuten

Die US-Heeresvorschrift ATP 6-02.12 beschreibt PACE als bewährte Methode der Kommunikationsplanung, die unter gestörten oder überlasteten Bedingungen Vorhersehbarkeit und Redundanz schafft. Die US-Behörde CISA überträgt die Idee auf Rettungsdienste und Gefahrenabwehr und definiert die Stufen so:

  • Primary (Regelweg): das übliche Mittel im Alltag.
  • Alternate (Ausweichweg): die Reserve für den Regelweg.
  • Contingency (Rückfallebene): kommt zum Zug, wenn die ersten beiden ausgefallen sind.
  • Emergency (letzter Ausweg): die letzte Stufe, wenn nichts anderes mehr geht.

Die fünf Prüfkriterien eines guten PACE-Plans

Beide Quellen prüfen jeden Plan an denselben Kriterien. Er muss machbar sein (genug funktionierendes Gerät und geübte Nutzer), vertretbar (der Aufbau behindert den Einsatz nicht), geeignet (genug Kapazität für die Aufgabe), unterscheidbar (keine Stufe stützt sich auf einen schon verlorenen Weg) und vollständig (jedes Mittel steht mit seinem Auslöser darin). Am vierten scheitern die meisten zivilen Pläne: CISA weist darauf hin, dass E-Mail, soziale Medien und SMS alle an einem Telefon und einem Datenweg hängen können. Auch die Notfallstufe muss kein Gerät sein. Das Heer nennt ein Verfahren wie den Marsch zu einem Sammelpunkt; die FwDV 100 kennt dafür Melderinnen und Melder.

Wie real das ist, zeigte der 6. Mai 2025: Zwischen 16:20 und 17:50 Uhr störte ein Softwarefehler den BOS-Digitalfunk in weiten Teilen Deutschlands. Vor Ort funktionierte die Direktverbindung von Gerät zu Gerät, doch Leitstellen und Einsatzkräfte erreichten sich teils nicht mehr. AGBF und DFV halten fest, dass Kreise und kreisfreie Städte oder die Länder verpflichtet sind, eine Rückfallebene zu schaffen.

Ein PACE-Plan im Einsatz: eine Suche im Tal

Eine Bergwacht-Bereitschaft legt ihren Plan für eine Suche im Tal fest. Primary: BOS-Digitalfunk im Netzbetrieb (TMO). Alternate: Direktbetrieb von Gerät zu Gerät (DMO). Contingency: App über Mobilfunk, die Nachrichten puffert. Emergency: Alle Trupps gehen um 16:00 Uhr zur Straßenkreuzung. Um 13:40 Uhr verliert die Einsatzleitung die Verbindung ins Netz, nach zwei erfolglosen Rufen wechseln die Trupps wie vereinbart in den Direktbetrieb. Die ganze Methode beschreibt unser Ratgeber zum Kommunikationsausfall. Im Kreislauf der Einsatzvorbereitung schreiben Sie PACE in PREPARE und nutzen es in ADAPT.

PACE und Sinkaos

Offline-first

Die Sinkaos-Apps arbeiten ohne Verbindung weiter und senden, sobald sie können. Damit passen sie auf jede Stufe, die Daten überträgt.

Store and Forward

Auf langsamen oder unterbrochenen Verbindungen gehen wichtige Texte und Alarme zuerst raus.

Lokaler Feldserver

Ein kleiner Server betreibt den Einsatz ohne Internet und synchronisiert später.

Pläne mit Auslösern

Plan A, B und C und ihre Entscheidungspunkte stehen offline bereit, die Wechselregel ist also auf jedem Telefon.

Fragen zum PACE-Plan

Gilt PACE nur für Funk?
Nein. Jedes Mittel zur Informationsweitergabe kann eine Stufe sein, auch ein Melder oder ein Treffpunkt.
Braucht jedes Team vier Stufen?
Vier unabhängige sind das Ziel. Teilen sich zwei Stufen dieselbe Fehlerursache, zählen sie als eine, und Sie suchen weiter.
Wer schreibt den Plan?
Die Menschen, die ihn nutzen, zusammen mit den Zuständigen für Technik und Funk. Auch ATP 6-02.12 verlangt, ihn so einfach wie möglich zu halten.
VERWANDTE THEMEN

Testen Sie es bei Ihrem nächsten Einsatz.

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