After-Action Review: wie Teams einen Einsatz nachbesprechen und daraus lernen
Ein After-Action Review (AAR), meist einfach Einsatznachbesprechung genannt, ist ein strukturiertes Gespräch nach einem Einsatz, einer Übung oder einer Veranstaltung. Es vergleicht den Plan mit dem, was tatsächlich geschah, sucht die Gründe für die Abweichung und endet mit Maßnahmen, für die jemand verantwortlich ist.
Die vier Fragen einer Nachbesprechung
Die Methode stammt aus der militärischen Ausbildung und hat sich in Feuerwehr und Rettungsdienst, im Gesundheitswesen und in Projektteams verbreitet. Ihr Kern sind vier Fragen in dieser Reihenfolge:
- Was sollte passieren?
- Was ist tatsächlich passiert?
- Warum gab es einen Unterschied?
- Was behalten wir bei, und was ändern wir?
Hot Wash und formale Auswertung
Viele Teams arbeiten mit zwei Formen. Ein Hot Wash dauert zehn bis zwanzig Minuten direkt nach dem Ereignis, solange die Erinnerung frisch ist und die Leute noch vor Ort sind. Eine formale Auswertung folgt einige Tage später mit Moderation, Daten und allen, die eine Rolle hatten, auch den Partnerorganisationen.
Eine gute Nachbesprechung dreht sich um die Arbeit, nicht um Schuld. Persönliche Schilderungen sind willkommen, werden aber von gesicherten Fakten getrennt, und jede Feststellung sollte auf einen Beleg verweisen: einen Zeitstempel, eine Spur, eine Nachricht, ein Foto.
Bei deutschen Feuerwehren liefert die Einsatzdokumentation das Material dafür. Die FwDV 100 beschreibt Dokumentation als das Erfassen und Aufbewahren von Informationen, die zum Nachweis des verantwortlichen Handelns und zur späteren Auswertung wesentlich sind; ab einer bestimmten Einsatzgröße führt die Einsatzleitung ein Einsatztagebuch, in dem der Ablauf in zeitlicher Folge steht. Wie der Einsatzbericht aussieht und an wen er geht, regeln Land, Kreis und Gemeinde unterschiedlich. Von der Nachbesprechung zu trennen ist die Einsatznachsorge im Rahmen der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E), die sich um die Belastung der Menschen kümmert und nicht um den Ablauf des Einsatzes.
So lief die Nachbesprechung nach einer Vermisstensuche
Die Suche nach einem älteren Mann endet nach neun Stunden glücklich. In der Nachbesprechung zeigt der Plan, dass Abschnitt C bis 16:00 abgesucht sein sollte. Die aufgezeichneten Spuren zeigen, dass er erst um 18:20 fertig war, weil zwei Trupps nach einem falsch verstandenen Funkspruch in denselben Abschnitt geschickt wurden. Die Feststellung ist mit den Spuren und dem Nachrichtenprotokoll verknüpft. Die Maßnahme: Aufträge gehen als Aufgaben auf der Karte raus statt nur per Sprechfunk; verantwortlich ist die Suchkoordination, geprüft wird bei der nächsten Übung. Unsere Checkliste für die Vermisstensuche enthält auch den Schritt der Nachbesprechung.
Nachbesprechungen in Sinkaos
Aus dem Datensatz aufgebaut
Nachrichten, Aufgaben, Vorfälle, Spuren, Planstände, Alarme und Medien, dazu eine Wiedergabe des Einsatzes auf der Karte.
Soll und Ist
Wo Zeiten, Routen und Kräfte vom Plan abwichen, und warum.
Feststellungen und Erkenntnisse
Feststellungen mit Belegen, geprüfte Erkenntnisse mit Verantwortlichen und Verbesserungsmaßnahmen mit Fristen und Nachweis der Umsetzung.
Pakete und Berichte
Pakete zur Nachbereitung mit Prüfsummen-Manifest und Berichte für verschiedene Zielgruppen, vor der Weitergabe geschwärzt.
Fragen zur Nachbesprechung
Wie bald nach dem Einsatz sollte die Nachbesprechung stattfinden?
Wer sollte teilnehmen?
Ist eine Nachbesprechung dasselbe wie ein Einsatzbericht?
Testen Sie es bei Ihrem nächsten Einsatz.
Der Frühzugang ist kostenlos. Wir richten den ersten Einsatz mit Ihnen ein und bleiben in der Nähe, während Sie ihn nutzen.